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Kleine Wildkräuter-kunde

Kleine Wildkräuterkunde – ein kurzer Überblick über Heil- und Küchenkräuter

  • Wildkräuter in Wald und Wiese sammeln und zubereiten

    Viele Kräuter, die auf Wiesen und am Waldrand wachsen, kann man nicht nur zu schmackhaften Speisen verarbeiten, sondern haben darüber hinaus auch positive Auswirkung auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Und einige davon erfreuen außerdem noch unsere Augen, da sie wunderschön blühen.

  • Wildkräuter, die im Frühling wachsen

    Wir stellen Ihnen heute zunächst diejenigen Wildkräuter vor, die im Frühjahr und im Frühsommer wachsen, blühen und gesammelt werden können. Es handelt sich um den Bärlauch, die weiße Taubnessel, die gefleckte Taubnessel, die Brennnessel, den Giersch, den Gundermann, den Spitzwegerich, das Wiesenschaumkraut, die Vogelmiere, das Gänseblümchen und den Löwenzahn.

  • Was muss ich beim Sammeln von Wildkräutern beachten?

    Wenn Sie Kräuter sammeln gehen, nehmen Sie am besten einen offenen Korb mit, wo Sie die Wildkräuter reinlegen. Ein Leinenbeutel geht auch. Auf keinen Fall sollten Sie die Kräuter in einer Plastiktüte sammeln, da werden sie schnell welk und schlapp. Wenn Sie Wildkräuter für die Küche brauchen, sollten Sie diese unmittelbar vor dem Verzehr sammeln, denn frisch schmecken sie am besten. Seien Sie bitte maßvoll beim Sammeln und nehmen Sie nur so viel Kräuter mit nach Hause, wie Sie für den Eigenbedarf benötigen. So bleibt genügend für andere Kräuterliebhaber stehen und die Natur erholt sich. Sammeln Sie nur diejenigen Kräuter, die Sie wirklich eindeutig erkennen. Denn einige Wildkräuter können mit giftigen Pflanzen verwechselt werden. Gehen Sie kein Risiko ein und lassen Sie die Pflanzen im Zweifelsfall einfach stehen. Gehen Sie beim Sammeln behutsam vor und versuchen Sie, so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen.

  • Wo kann ich Wildkräuter sammeln

    Wildkräuter wachsen vor allem auf naturbelassenen Wiesen, entlang von Bachläufen, am Waldrand und in lichten Auwäldern mit viel Laubbaumbestand. Wenn Sie am Rand von Obstplantagen oder Weinbergen sammeln, denken Sie bitte daran, die Kräuter gründlich zu waschen, denn sie könnten Rückstände von Spritzmitteln aufweisen. Apropos Spritzmittel: Sammeln Sie niemals in unmittelbarer Nähe von Spazierwegen, wo Hunde Gassi geführt werden, denn hier ist mit entsprechender Verunreinigung zu rechnen.

  • Bärlauch

    Wann: Der Bärlauch ist je nach Witterung und Lage ab April bis Mai vorzufinden.
    Wo: Bärlauch wächst im Halbschatten am Waldrand oder in lichten Auwäldern mit viel Laubbäumen, wo er manchmal ganze Teppiche bildet. Ab Mai bildet er weiße Blüten aus.
    Verwechslungsgefahr: Unerfahrene Kräutersammler können den Bärlauch mit Maiglöckchen oder dem Gefleckten Aronstab verwechseln.
    Tipp: Reiben und quetschen Sie die Blätter zwischen den Fingern, wenn Sie eindeutig Knoblauchgeruch wahrnehmen, ist es Bärlauch.

    Verwendung in der Küche: Zwar ist die Pflanze komplett essbar, in der Küche werden aber nur die Blätter verwendet. Z. B. frisch gehackt oder gemixt in Soßen oder Dips, in Kräuterbutter oder Pesto.

  • Weiße Taubnessel

    Wann: Die Blütezeit der weißen Taubnessel reicht von April bis Oktober.
    Wo: Man findet die weiße Taubnessel am Rand von Wegen und Wiesen, entlang von Gräben und Hecken und auch auf Schuttplätzen.
    Verwechslungsgefahr: Die Verwechslung mit der Brennnessel ist außerhalb der Blütezeit möglich aber sehr unangenehm.

    Verwendung in der Küche: Sie können in Salaten alle Teile der Pflanze verwenden: Trieb, Blüten, Blätter. Gedünstet können Sie das Taubnesselkraut in Aufkäufen verwenden oder als Beilage zu Fisch oder als Einlage in Suppen.

    Taubnessel-Tee: Übergießen Sie 2 Teelöffel des Taubnesselkrauts mit heißem Wasser und lassen Sie den Tee ca. 5 Minuten ziehen. Diesem Tee wird entzündungshemmende, antibakterielle, harntreibende sowie verdauungsfördernde Wirkung zugeschrieben. Taubnessel-Tee ist auch bekannt als Hausmittel bei Magen- und Darmbeschwerden, Blähungen sowie bei Atemwegserkrankungen.

  • Brennnessel

    Wann: Die Brennnessel ist ein Frühjahrsgemüse.
    Wo: Die Brennnessel finden Sie an halbschattigen Standorten am Waldrand oder an den Ufern von Bächen und Flüssen, im Auwald oder auch auf Wiesen und Weiden, wo einmal Kuhdung lag.

    Verwendung in der Küche:Verwendet werden vor allem die jungen Triebe, da diese viel Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium sowie Vitamin A und C enthalten. Außerdem enthalten Brennnesseln sehr viel Eiweiß.

    Bevor Sie die Brennnesseln verarbeiten, müssen Sie die Brennhaare unschädlich machen. Am besten Sie kochen oder blanchieren die Brennnesseln vorab, dann verlieren Sie ihre Reizwirkung, das gleiche passiert, wenn Sie die Blätter für einen Tee trocknen. Nach der Vorbehandlung können Sie leckere Salate oder Brennnessel-Spinat zubereiten.

    Verwendung im Garten: Als Stärkungsmittel für Ihre Gartenpflanzen setzen Sie mit kaltem Wasser sogenannte Brennnessel-Jauche an. Nach 24 Stunden haben Sie einen Gießwasserzusatz, den Sie im Verhältnis 1:20 mischen. Brennnessel-Jauche macht Gemüsepflanzen widerstandsfähiger gegen Schädlinge und hat darüber hinaus düngende Wirkung.

  • Giersch

    Wann: Die beste Zeit, um Giersch zu sammeln ist vor der Blüte von April bis Mai.
    Wo: Er wächst an eher schattigen Plätzen an Hecken, im Wald und auch im Garten.

    Verwendung in der Küche: Verwendet werden vor allem die jungen Blätter, die Vitamin C, Carotin, Calcium, Magnesium und Eisen enthalten.

    Giersch riecht und schmeckt ähnlich wie Petersilie, gekocht erinnert das Wildgemüse an Spinat. Mir den rohen Blättern können Sie Salate, Aufstriche oder Suppen verfeinern.

  • Gundermann

    Wann: Der Gundermann blüht zusammen mit dem Löwenzahn und dem Wiesenschaumkraut von April bis Mai.
    Wo: Standorte des Gundermann sind der Waldrand, Hecken, Ufergebüsche sowie mäßig feuchte Wälder und Wirtschaftswiesen.

    Verwendung in der Küche: Aufgrund seiner Bitterstoffe und seines bisweilen harzig-aromatischen bis und lakritzähnlichen Geschmacks wird Gundermann gerne zum Würzen verwendet.
    Da die Blätter auch minzartig schmecken, kann man Sie auch in flüssige Schokolade tauchen – das Ergebnis schmeckt dann wie feine Schoko-Minze-Plättchen.

    Verwendung als Heilkraut: Dem Gundermann wird antibakterielle, antioxidative und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt.

  • Spitzwegerich

    Wann: Die Blütezeit beginnt im Mai und reicht bis September, die Blätter kann man aber schon ab April sammeln.
    Wo: Zu finden ist der Spitzwegerich auf Wiesen, am Feldrand und neben Waldwegen.

    Verwendung als Heilkraut: Bei Insektenstichen oder Reizungen durch Brennnesseln wirkt Spitzwegerich kühlend und schmerzlindern. Die Blätter des Spitzwegerichs einfach zerreiben und auf die betroffene Stelle auftragen.

    Zur Herstellung des Spitzwegerich-Tees werden die Blätter zunächst getrocknet. Spitzwegerich-Tee wirkt reizmildern und leicht hustenlösend. Er wird auch bei Entzündungen der Atemwege sowie des Mund- und Rachenraumes angewendet.

  • Wiesenschaumkraut

    Wann: Die Blütezeit reicht von Ende April bis Mitte Mai.
    Wo: Wie der Name schon sagt, wächst das Wiesenschaumkraut in Wiesen.

    Verwendung in der Küche: Die jungen Blätter und die jungen Pflanzen, die gesammelt werden, bevor das Wiesenschaumkraut blüht, sind essbar. Sie schmecken ähnlich wie Kresse und sind leicht scharf. Ideal in Salaten, Gemüse-Suppen oder zur Aromatisierung von Quark oder Frischkäse. Auch frisch gehackt auf einem Butterbrot schmeckt das Wiesenschaumkraut.

    Verwendung als Heilkraut: In der Volksmedizin gilt das Wiesenschaumkraut als ein wahrer Alleskönner. Es wird angewendet, um Leber und Niere anzuregen und Rheuma und andere Schmerzen zu lindern. Außerdem soll es bei Frühjahrsmüdigkeit aufbauend wirken.

    Zur Zubereitung des Tees nehmen Sie 2 Teelöffel gehacktes Wiesenschaumkraut und übergießen es mit heißem Wasser und lassen den Sud ca. 10 Minuten abgedeckt stehen und filtern ihn zum Schluss.

  • Löwenzahn

    Wann: Die Blütezeit reicht von Ende April bis Anfang Mai. Die Blätter kann man ganzjährig verwenden.
    Wo: Löwenzahn finden Sie eigentlich überall auf Wiesen und am Feldrand. Wer einen Teil seines Gartens sich selbst überlässt, hat immer genügend Löwenzahn für den Eigenbedarf.

    Verwendung in der Küche: Die Blätter und Blüten kann man in Salaten verwenden oder gleich beim Spazierengehen essen.

    Verwendung als Heilkraut: Löwenzahn wirkt gegen Völlegefühl, Blähungen und zur Förderung der Harnausscheidung. Mit dem weißen Saft der Stiele kann man laut Volksmedizin Hühneraugen und Warzen behandeln. Löwensalbe hilft bei trockener, rissiger Haut und wirkt lindernd bei schmerzenden Gelenken und Muskelkrämpfen.

    Um Löwensalbe selbst herzustellen, müssen Sie zunächst Löwenzahnöl herstellen und dieses dann zusammen mit Bienenwachs zu einer Salbe verrühren.