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Außergewöhnliche Weihnachtsmärkte in Deutschland und Österreich

Weihnachtsmärkte gehören zum Fest der Feste, so wie Geschenke und der Weihnachtsbaum. Überall im Land werden Ende November die Stände der Christkindlmärkte, wie die Weihnachtsmärkte im süddeutschen Sprachraum heißen, aufgebaut. Wir alle kennen die zum Teil weltberühmten Märkte von Nürnberg, München und Salzburg oder die weihnachtlichen Budendörfer in der verschneiten Erzgebirge-Bergwelt oder das mittelalterliche Fachwerkstädtchen in Franken. 
Wir wollen Sie heute aufmerksam machen auf Weihnachtsmärkte, die nicht unbedingt diesem typischen Idealbild entsprechen – entweder, weil sie an besonderen Orten stattfinden oder ein etwas anderes Konzept haben und ein besonderes Warensortiment anbieten. Lassen Sie sich inspirieren und schauen Sie auch mal über die Landesgrenzen zu unseren Nachbarn in Österreich oder im Elsass!

Der Weihnachtswald mitten in der historischen Altstadt von Goslar

Auf den ersten Blick könnte man meinen, der Weihnachtsmarkt in Goslar ist einer wie es viele gibt: Budenzauber mit Bratwurst und Glühwein in einer romantischen Altstadtkulisse. Was Budenzauber, Bratwurst und Glühwein angeht, stimmt das auch. Aber in Goslar wird der Weihnachtsmarkt in einen Weihnachtswald verwandelt, in dem über 50 Nadelbäume mit festlichem Lichterschmuck verziert werden. Außerdem schlendert man nicht über Kopfsteinpflaster, sondern man „schwebt“ fast über mit Hackschnitzeln angelegtem Waldboden. Und das ist noch nicht alles. Das einzigartige Highlight ist die Himmelsleiter! Bevor Sie sich einen Punsch gönnen, sollten Sie den Turm der Marktkirche erklimmen. Über die Turmtreppe, die „Himmelsleiter“ genannt wird, gelangen Sie zu einem märchenhaften Panoramablick über den Weihnachtsmarkt von Goslar mit seinen zauberhaft dekorierten Buden und Lichterbäumen. So einen sensationellen Ausblick gibt’s gewiss nicht überall, dieser Ausblick bringt nicht nur Kinderaugen zum Leuchten – also auf nach Goslar!

Auch an der Waterkant gibt’s Weihnachtsstimmung, z.B. in Kampen auf Sylt

Wer die Feiertage auf der Nordseeinsel Sylt verbringt, muss nicht auf liebgewonne Gewohnheiten wie einen Bummel über einen Weihnachtsmarkt verzichten. Am zweiten Adventswochenende findet traditionellerweise ein kleiner Weihnachtsmarkt in Kampen statt. Ganz im Gegensatz zum sommerlichen Jetset-Flair der beliebten Urlaubsinsel, geht es auf dem Kampener Weihnachtsmarkt sehr beschaulich zu. Das liegt zum einen an der überschaubaren Größe mit ca. drei Dutzend Buden und zum anderen an der Bodenständigkeit der dort angebotenen Waren. An den stimmungsvoll geschmückten Ständen werden vor allem kunsthandwerkliche Waren angeboten, wie z. B. Schmuck, Gestricktes und Besticktes, Geschenk- und weihnachtliche Dekorationsartikel und Produkte aus Schafwolle, die für die Insel typisch sind. Das kulinarische Angebot passt perfekt zu den urig dekorierten Buden: Punsch, Grünkohlsuppe – wer hat das auf einem Weihnachtsmarkt schon mal gegessen – und Futjes, das traditionelle Weihnachtsgebäck Frieslands. Das sind kleine, kugelrunde Törtchen mit unterschiedlichen Füllungen aus Apfel- oder Pflaumenmus mit gehackten Mandeln und Rosinen. So geht Weihnachtsstimmung auf Friesisch!

Die Burgweihnacht in Eisenach auf der Wartburg

Es gibt wohl kaum ein märchenhafteres Ambiente für einen Weihnachtsmarkt als einen Burghof. Der Weihnachtsmarkt auf der historischen Wartburg ist über die Grenzen Thüringens hinaus bekannt. Das liegt zum einen an der traumhaften Märchenkulisse der Wartburg. Aber ebenso unverzichtbar für das besonders stimmungsvolle Erlebnis ist die Art und Weise wie der Burghof mit weihnachtlichem Treiben erfüllt wird. Es werden nämlich nicht nur die typischen Waren eines Weihnachtsmarktes angeboten, man erlebt die Herstellung der Waren hautnah mit. Lernen Sie vergessene, alte Handwerkskünste kennen und schauen Sie z. B. einem Kerzenzieher oder einem Glasbläser über die Schulter. Längst ausgestorbene Berufe wie der Seidensieder oder der Zinngießer sind ebenso vertreten, wie Laternenbauer oder Gewandmeister. Natürlich fehlt auch die passende Musik dazu nicht. Musikanten und Gaukler ziehen zwischen den Buden umher und der Duft der berühmten Thüringer Bratwurst lockt uns zum nächsten Stand, bevor wir dem Puppenspieler zuschauen. Parallel zum Weihnachtsmarkt finden im großen Festsaal der Burg stimmungsvolle Adventskonzerte statt.  Ein Besuch des Weihnachtsmarktes auf der Wartburg ist der Höhepunkt für viele Thüringer in der Adventszeit.

Mit dem Dampfer zum Christkindlmarkt auf der Fraueninsel im Chiemsee

Der Christkindlmarkt auf der Fraueninsel zählt zu den romantischsten Weihnachtsmärkten Deutschlands. Allein schon die Anfahrt mit einem Dampfer macht den Besuch für Groß und Klein zu einem außergewöhnlichen Erlebnis. Und dann die Lage: mitten im „Bayerischen Meer“, dem Chiemsee und im Hintergrund das Alpenpanorama – mehr Romantik-Szenerie geht nicht. Für Adventsstimmung sorgen über 90 Aussteller mit feinem Kunsthandwerk und verlockenden kulinarischen Köstlichkeiten. Dazu gibt’s ein Märchenzelt, ein historisches Karussell sowie einen Streichelzoo mit Alpakas für Kinder. Und an den Samstagen und den Sonntagen wird im Pfarrhaus eine Weihnachtsgeschichte vorgelesen. Während die Kinder also „versorgt“ sind, können die Eltern gemütlich und entspannt über den Christkindlmarkt bummeln. 
Auf einer Bühne treten lokale Musikgruppen auf und bringen adventliche Chor- und Instrumentalmusik zu Gehör. Außerdem finden im Inselmünster festliche Konzerte statt. 

Der Advents-Ökomarkt am Kollwitzplatz in Berlin

Dieser Weihnachtsmarkt auf der Bummelmeile zwischen Kollwitzplatz und Wörther Straße versteht sich als Alternative zu den konventionellen Weihnachtsmärkten. Angeboten werden ausschließlich Waren, die soziale, ökologische und nachhaltige Standards erfüllen. Das Sortiment reicht von Weihnachtsschmuck über Textilien und Kinderspielzeug bis zu Schmuck aus aller Welt. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt: Lassen Sie sich verführen von duftenden Crêpes und veganen Waffeln oder greifen Sie zu herzhaften Snacks, begleitet von heißem Kakao oder Punsch bzw. würzigen Glühweinen – alles selbstverständlich in Bio-Qualität.  

Grenzenlose Weihnachtsstimmung – Schauen Sie bei unseren Nachbarn in Österreich und Frankreich vorbei!

Der Weihnachtsmarkt auf dem Grazer Schloßberg in der Steiermark

An den fünf Adventswochenenden verwandelt sich der Grazer Schloßberg mit dem bekannten Wahrzeichen der Stadt, dem Uhrturm, in eine weihnachtliche Wunderwelt. Der Weg auf den Schloßberg lohnt sich schon allein wegen der Aussicht über die Hauptstadt der Steiermark, vor allem bei Dunkelheit verzaubert das Lichtermeer. Wer nicht zu Fuß auf den Schloßberg gehen kann oder mag, der kommt bequem mit der Schloßbergbahn (Hier gelten die ÖMPV-Tickets) nach oben. Dort erwartet die Besucher eine einzigartige Kulisse in den Kasematten des Schloßberges. Lassen Sie sich verzaubern von der steirischen Handwerkskunst (Holzspielzeug, Trachten-Accessoires, Naturkosmetik, Glaskunst, edle, handgeschöpfte Papiere, handgravierte Christbaumkugeln aus Glas, erlesene Schokoladen und Pralinen…) und genießen Sie regionale Schmankerln, wie z. B. die Engelslocken-Kartoffel, alkoholfreien Apfelpunsch oder den steirischen Schilcherglühwein, ein weißer Glühwein, der weniger süß als der rote Glühwein ist, bei dem aber die Gewürze besser zur Geltung kommen. Und speziell für Kinder gibt es mehrere Attraktionen, allen voran das Christkindlpostamt, wo man seine Wunschliste dem Christkind persönlich übergaben kann. Im Glockenturm kommen die jüngsten Besucher voll auf ihre Kosten in der Keksbackstube und im Bastelzimmer. Umrahmt wird dieser stimmungsvolle Weihnachtsmarkt über den Dächern von Graz von unterschiedlichen Musikdarbietungen auf und um den Schlossberg. Also – auf nach Graz!

Weihnachtsmärkte im Elsass

In vielen Winzerdörfern entlang der elsässischen Weinstraße gibt es kleine und große Weihnachtsmärkte mit einem etwas anderen Warenangebot. Probieren Sie auf dem Weihnachtsmarkt in Obernai z. B. das „Pain d’épices“, das zwar im Deutschen mit Lebkuchen übersetzt wird, aber doch anders schmeckt. Dazu passt ein weißer Glühwein mit einer geheimen Gewürzmischung. Immer nur Bratwurst muss nicht sein. Wie wär’s mit Wildschein vom Spieß, das wird auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Ribeauvillé gereicht. Oder einen elsässischen Flammkuchen in Riquewihr, einem der schönsten Dörfer Frankreichs. Schlendern Sie durch die engen Gassen dieses malerischen Fachwerkstädtchens und lassen Sie sich von den Köstlichkeiten an den Ständen der Winzer verwöhnen.
Vielleicht planen Sie ein gesamtes Adventswochenende im Elsass zu verbringen? Von Colmar aus gibt es an den Markt-Wochenenden eine Busverbindung zu den Winzerdörfern. Und der Campingplatz in Ribeauvillé ist an diesen Wochenenden für Wohnmobile geöffnet.