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Auf den Spuren des Märchens von Frau Holle - Unterwegs am Hohen Meissner in Nordhessen

 
Warum sagt man zu kleinen Kindern, wenn es schneit, dass Frau Holle ihre Betten ausschüttelt? In unserer kurzen Nacherzählung des Märchens wird diese Frage geklärt.
Eine Witwe hatte eine leibliche Tochter und eine Stieftochter. Die leibliche Tochter war faul und hässlich, die Stieftochter hingegen war schön und fleißig und musste ständig hart arbeiten. Sie saß tagsüber am Brunnen und musste spinnen, bis ihre Finger blutig waren. Als sie eine Spindel vom Blut reinigte, fiel ihr die Spindel in den Brunnen. Die Mutter befahl ihr, die Spindel aus dem Brunnen zu holen. Die Stieftochter sprang in den Brunnen und verlor die Besinnung. Als sie erwachte, war sie auf einer sonnigen Blumenwiese. Dort kam sie an einen Backofen, aus dem die Brote ihr zuriefen: „Zieh uns raus, wir sind gut gebacken.“ Nachdem sie die Brote aus dem Backofen geholt hatte, kam sie zu einem Baum, der voller Äpfel hing. Die Äpfel riefen dem Mädchen zu: „Schüttele den Baum, denn wir sind reif!“ Und das Mädchen schüttelte den Apfelbaum. Aus einem nahegelegenen Haus rief ihr eine alte Frau zu: Hab‘ keine Angst! Wenn du die Hausarbeit gut machst, soll es dir bei mir gutgehen. Und so war es. Das Mädchen arbeitete tüchtig bei Frau Holle und schüttelte auch die Betten der alten Frau so kräftig aus, dass die Federn wie Schneeflocken zu Boden fielen. Das Mädchen hatte ein schönes Leben und war zufrieden, bis es Heimweh bekam. Frau Holle gefiel es, dass das Mädchen wieder zu ihrer Familie wollte und versprach ihm, es nach Hause zu führen. Sie nahm das Mädchen bei der Hand und führte es durch ein Tor. Als das Mädchen unter dem Tor stand, gab ihm Frau Holle die Spule zurück und ein Goldregen fiel herab und bedeckte das Mädchen. Daraufhin schloss sich das Tor und das Mädchen stand wieder vor ihrem Elternhaus. Nachdem das Mädchen ihrer Stiefmutter alles erzählt hatte, wollte diese, dass ihrer hässlichen Tochter das gleiche widerfahren sollte. Sie schickte die Hässliche zum Spinnen an den Brunnen und befahl ihr die Spindel ins Wasser zu werfen und ebenso wie die Stieftochter in den Brunnen zu springen. Als die hässliche Tochter aber bei Frau Holle ankam, war sie faul, wie es ihrem Naturell entsprach, und bat nach kurzer Zeit wieder nach Hause gehen zu dürfen. Unter dem Tor fiel aber nicht Gold auf sie herab, sondern Pech, das ihr Leben lang nicht mehr von ihr abfiel.

Märchen spielen nicht an realen Orten, sondern im Land der Fantasie

Was für die meisten Märchenorte gilt, trifft auch für den Teich der Frau Holle zu. Sie werden mit Orten in Verbindung gebracht, die Ähnlichkeit mit den märchenhaften Schauplätzen aufweisen, meistens handelt es sich um Schlösser oder Burgen, wie z. B. das Dornröschenschloss oder den Rapunzelturm. Bei Märchenorten geht es also nicht um Wahrhaftigkeit, sondern um Wahrscheinlichkeit. Und die Wahrscheinlichkeit, dass die Geschehnisse rund um Frau Holle sich im Naturpark Meißner-Kaufunger Wald abgespielt haben könnten, ist relativ groß.

Zum Märchenteich auf den Hausberg von Frau Holle, den Hohen Meissner

Der Premiumwanderweg P1 Hoher Meissner führt auf 13 km rund um den Hohen Meissner (753 m) im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land. Der Weg führt nicht nur durch unter Naturschutz stehende Wälder und Wiesen, sondern auch zu Märchenorten, die angeblich in Verbindung mit Frau Holle stehen. Neben romantischen Bergwiesen mit einem üppigen Blütenmeer entdeckt man auch schroffe, höhlenartige Felsformationen aus kantigen Basaltquadern, die seither die Phantasie der Menschen beflügelt haben. In der Kitzkammer genannten Basalthöhle soll Frau Holle streitsüchtige Mädchen eingesperrt und in Katzen verwandelt haben. Die Katzen mussten dann verirrten Wanderern den Weg weisen… Dem geologisch interessierten Wanderer erzählen die kantigen Basaltsäulen hingegen etwas über die Entstehungsgeschichte des Hohen Meissners. Auf dem weiteren Weg gelangen wir zu herrlichen Aussichtspunkten und für viele Besucher zum Höhepunkt der Rundwanderung, dem Frau-Holle-Teich, nahe dem Aussichtspunkt Schwalbenthal. Eine große Holzskulptur am Rande des Teichs sorgt dafür, dass man diesen magischen Ort nicht verpasst. Die Tatsache, dass dieser Teich wohl schon in der Steinzeit als Kultstätte diente und im Volksglauben als Kraftort galt, ist es wohl zuzuschreiben, dass er mit dem magischen Teich der Frau Holle in Verbindung gebracht wurde und wird. Angeblich kann man, wenn man ein bisschen Glück hat, den Gesang von Frau Holle hören… Wer nach der Wanderung noch Wald und Bergtiere aus nächster Nähe beobachten will, dem sei der Bergwildpark im benachbarten Germerode empfohlen. Und als optisches Sahnehäubchen lohnt sich ein Besuch im pinkfarbenem Mohnblüten-Paradies rund um die Dörfer Germerode, Grandenborn und Wendershausen.   

Gemütlicher Spaziergang durch riesige Blumenfelder bei Germerode

Für die einen ist es ein entspanntes Schlendern durch farbenprächtige Blumenfelder in Rosa und Lila. Für die anderen ist es ein lehrreicher Ausflug inmitten von verschiedenen Ackerkulturen – von Lupinen und Büschelschön über Kamille und Kornblumen bis hin zum pinkfarbenen Kulturmohn, nicht zu verwechseln mit dem wilden, roten Klatschmohn. Für Fotografen hingegen ist es eine Herausforderung! Fotomotive, soweit das Auge reicht: prächtige Panorama-Motive oder einfühlsame Makro-Aufnahmen oder unvergessliche Porträt-Aufnahmen inmitten eines märchenhaften Blumenmeeres – hier ist alles geboten.
Ende Juni beginnt dieses farbenprächtige Naturschauspiel. In der Morgensonne, wenn sich das zarte Sonnenlicht in den Perlen des Morgentaus bricht, sei es dort am eindrucksvollsten. 
Ausgeschilderte Wege mit Infotafeln führen durch die Blumenfelder. Ruhebänke laden zum Verweilen und Beobachten ein.



Weitere Freizeitmöglichkeiten im Frau-Holle-Land

Im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land ist einiges an Freizeitaktivitäten geboten: Neben Wandern und natürlich Radfahren, stehen aber auch Kanutouren auf der Werra auf dem Programm.
 

Tipps für Genuss-Radler und Action-Junkies

Wie wär’s z. B. mit dem Kirschradweg rund um Witzenhausen? Die 22 km lange Tour verläuft überwiegend auf asphaltierten Nebenstraßen und Radwegen, nur 5 km der Strecke sind Schotterstraßen. Die kleinen Steigungen stören überhaupt nicht, denn da hat man Zeit für den Blick in die Landschaft, das Tal der Werra und über die Kirschgärten schweifen zu lassen. Besonders im Frühjahr ist diese Tour ein Genuss-Erlebnis. Selbstverständlich gibt es unterwegs in Hofläden und in der Gastronomie alle möglichen Versuchungen rund um das Thema Kirsche.


Wer mit Kindern Ausflüge unternimmt, weiß, dass man dem Nachwuchs neben Natur und Kultur auch Action bieten muss. Also nichts wie nach Sontra auf den Pumptrack und Mountainbike-Trail in Sontra. Der Pumptrack ist sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene geeignet. Und sogar für Kleinkinder gibt es einen Bereich. Auf dem Laufrad Pumptrack können Kleinkinder spielerisch das Koordinierungsvermögen lernen und entwickeln. 
Und für die größeren Kinder gibt es einen Technik Parcours mit Wellen- und Kurvenelementen, auf dem man sich die Fahrtechnik aneignen kann, die man später auf Single-Tracks im Gelände braucht, um Spaß auf dem Mountainbike zu haben und möglichst ohne Sturz durchzukommen.