Kleine Wildkräuterkunde – ein kurzer Überblick über Heil- und Küchenkräuter
Wildkräuter in Wald und Wiese sammeln und zubereiten
Wildkräuter, die im Frühling wachsen
Was muss ich beim Sammeln von Wildkräutern beachten?
Wo kann ich Wildkräuter sammeln
BÄRLAUCH
Verwendung in der Küche: Zwar ist die Pflanze komplett essbar, in der Küche werden aber nur die Blätter verwendet. Z. B. frisch gehackt oder gemixt in Soßen oder Dips, in Kräuterbutter oder Pesto.
WEISSE TAUBNESSEL
Verwendung in der Küche: Sie können in Salaten alle Teile der Pflanze verwenden: Trieb, Blüten, Blätter. Gedünstet können Sie das Taubnesselkraut in Aufkäufen verwenden oder als Beilage zu Fisch oder als Einlage in Suppen.
Taubnessel-Tee: Übergießen Sie 2 Teelöffel des Taubnesselkrauts mit heißem Wasser und lassen Sie den Tee ca. 5 Minuten ziehen. Diesem Tee wird entzündungshemmende, antibakterielle, harntreibende sowie verdauungsfördernde Wirkung zugeschrieben. Taubnessel-Tee ist auch bekannt als Hausmittel bei Magen- und Darmbeschwerden, Blähungen sowie bei Atemwegserkrankungen.
BRENNNESSEL
Wo: Die Brennnessel finden Sie an halbschattigen Standorten am Waldrand oder an den Ufern von Bächen und Flüssen, im Auwald oder auch auf Wiesen und Weiden, wo einmal Kuhdung lag.
Verwendung in der Küche: Verwendet werden vor allem die jungen Triebe, da diese viel Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium sowie Vitamin A und C enthalten. Außerdem enthalten Brennnesseln sehr viel Eiweiß.
Bevor Sie die Brennnesseln verarbeiten, müssen Sie die Brennhaare unschädlich machen. Am besten Sie kochen oder blanchieren die Brennnesseln vorab, dann verlieren Sie ihre Reizwirkung, das gleiche passiert, wenn Sie die Blätter für einen Tee trocknen. Nach der Vorbehandlung können Sie leckere Salate oder Brennnessel-Spinat zubereiten.
Verwendung im Garten: Als Stärkungsmittel für Ihre Gartenpflanzen setzen Sie mit kaltem Wasser sogenannte Brennnessel-Jauche an. Nach 24 Stunden haben Sie einen Gießwasserzusatz, den Sie im Verhältnis 1:20 mischen. Brennnessel-Jauche macht Gemüsepflanzen widerstandsfähiger gegen Schädlinge und hat darüber hinaus düngende Wirkung.
GIERSCH
Wo: Er wächst an eher schattigen Plätzen an Hecken, im Wald und auch im Garten.
Verwendung in der Küche: Verwendet werden vor allem die jungen Blätter, die Vitamin C, Carotin, Calcium, Magnesium und Eisen enthalten.
Giersch riecht und schmeckt ähnlich wie Petersilie, gekocht erinnert das Wildgemüse an Spinat. Mir den rohen Blättern können Sie Salate, Aufstriche oder Suppen verfeinern.
GUNDERMANN
Wo: Standorte des Gundermann sind der Waldrand, Hecken, Ufergebüsche sowie mäßig feuchte Wälder und Wirtschaftswiesen.
Verwendung in der Küche: Aufgrund seiner Bitterstoffe und seines bisweilen harzig-aromatischen bis und lakritzähnlichen Geschmacks wird Gundermann gerne zum Würzen verwendet.
Da die Blätter auch minzartig schmecken, kann man Sie auch in flüssige Schokolade tauchen – das Ergebnis schmeckt dann wie feine Schoko-Minze-Plättchen.
Verwendung als Heilkraut: Dem Gundermann wird antibakterielle, antioxidative und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt.
SPITZWEGERICH
Wo: Zu finden ist der Spitzwegerich auf Wiesen, am Feldrand und neben Waldwegen.
Verwendung als Heilkraut: Bei Insektenstichen oder Reizungen durch Brennnesseln wirkt Spitzwegerich kühlend und schmerzlindern. Die Blätter des Spitzwegerichs einfach zerreiben und auf die betroffene Stelle auftragen.
Zur Herstellung des Spitzwegerich-Tees werden die Blätter zunächst getrocknet. Spitzwegerich-Tee wirkt reizmildern und leicht hustenlösend. Er wird auch bei Entzündungen der Atemwege sowie des Mund- und Rachenraumes angewendet.
WIESENSCHAUMKRAUT
Wo: Wie der Name schon sagt, wächst das Wiesenschaumkraut in Wiesen.
Verwendung in der Küche: Die jungen Blätter und die jungen Pflanzen, die gesammelt werden, bevor das Wiesenschaumkraut blüht, sind essbar. Sie schmecken ähnlich wie Kresse und sind leicht scharf. Ideal in Salaten, Gemüse-Suppen oder zur Aromatisierung von Quark oder Frischkäse. Auch frisch gehackt auf einem Butterbrot schmeckt das Wiesenschaumkraut.
Verwendung als Heilkraut: In der Volksmedizin gilt das Wiesenschaumkraut als ein wahrer Alleskönner. Es wird angewendet, um Leber und Niere anzuregen und Rheuma und andere Schmerzen zu lindern. Außerdem soll es bei Frühjahrsmüdigkeit aufbauend wirken.
Zur Zubereitung des Tees nehmen Sie 2 Teelöffel gehacktes Wiesenschaumkraut und übergießen es mit heißem Wasser und lassen den Sud ca. 10 Minuten abgedeckt stehen und filtern ihn zum Schluss.
LÖWENZAHN
Wo: Löwenzahn finden Sie eigentlich überall auf Wiesen und am Feldrand. Wer einen Teil seines Gartens sich selbst überlässt, hat immer genügend Löwenzahn für den Eigenbedarf.
Verwendung in der Küche: Die Blätter und Blüten kann man in Salaten verwenden oder gleich beim Spazierengehen essen.
Verwendung als Heilkraut: Löwenzahn wirkt gegen Völlegefühl, Blähungen und zur Förderung der Harnausscheidung. Mit dem weißen Saft der Stiele kann man laut Volksmedizin Hühneraugen und Warzen behandeln. Löwensalbe hilft bei trockener, rissiger Haut und wirkt lindernd bei schmerzenden Gelenken und Muskelkrämpfen.
Um Löwensalbe selbst herzustellen, müssen Sie zunächst Löwenzahnöl herstellen und dieses dann zusammen mit Bienenwachs zu einer Salbe verrühren.